08 – Ebertswiese & Spitterfall

Der Rennsteig bei Friedrichroda

Aus dem „sonnigen“ Friedrichroda steigen wir zum Rennsteig hinauf und wandern zur Ebertswiese. Nach zünftiger Einkehr geht es dann am höchsten Wasserfall Thüringens vorbei auf den Heimweg, der mit dem stärksten Blick auf Friedrichroda seinen Abschluß findet.

3 Einkehrmöglichkeiten unterwegs. Detaillierte Wegbeschreibung, Karte, Höhenprofil und Hintergrundinfos im Buch.

Berggasthof Ebertswiese

FRIEDRICHRODA [Cam]

In punkto Sonnenscheindauer übertrifft Friedrichroda im Sommer Davos und Arosa! Diese sonnige Lage hat das Schicksal des Ortes schon vor Jahrhunderten bestimmt, denn hier kümmerte der Bergbau eher, dafür blühte die Garnbleicherei. Schon 1521 – im Jahre des Lutherbanns! – wurde das Federvieh aus Friedrichroda verbannt, damit der Bleichrasen sauber bleibe.

Der Siegeszug der billigeren Baumwolle bewirkte nach 1815 einen bedrohlichen Rückgang des Bleich- und Leinewebergeschäfts. Ersatz für den traditionellen Broterwerb nahte 1837 mit dem ersten Kurgast, einem Verleger, der begeistert die Werbetrommel für den gesunden Aufenthalt in sonniger Waldluft rührte. Der Erfolg in Zahlen: Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen schon jährlich über 10.000 Kurgäste – rege Bautätigkeit hatte mittlerweile das Erscheinungsbild des ärmlichen Dorfes fast ins Mondäne gewandelt –, dem Arbeiter-und-Bauern-Staat gelang eine Verzehnfachung dieser Zahl. Friedrichroda war der meistbesuchte Ferienort des Thüringer Waldes und nach dem Ostseebad Kühlungsborn der zweitgrößte der DDR überhaupt.

Auch nach der Wende hat sich der Tourismus recht zufriedenstellend entwickelt. Ohnehin scheint Trübsalblasen kein typisch Friedrichrodaer Wesenszug zu sein. So erfand 1821/22, mitten in der Leinenkrise, ein gewisser Christian Friedrich Ludwig Buschmann hier Mund- und Ziehharmonika!

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