Thüringer Bachwochen 3.-26. April 2009

Im Rahmen der Thüringer Bachwochen 2009 werden 33 Veranstaltungen zu erleben sein, unter anderem das belgische Ensemble Le Petite Bande unter der Leitung von Sigiswald Kuijken, die Berliner Barock Solisten mit Albrecht Mayer sowie Auftritte der Pianisten Martin Stadtfeld und Gabriela Montero. Zudem ist erstmals ein Schulprojekt mit dem Titel „generation bach @school“ geplant.

Wer den Musikgenuß mit einer Thüringerwald-Wanderung verbinden will, ist mit Eisenach am besten bedient (Tour 3). Daher hier der dortige Spielplan:

Sonntag, 5. April 2009 | 17:00 Uhr | Georgenkirche
Johannespassion BWV 245
Karsamstag, 11. April 2009 | 20:00 Uhr | Bachhaus
Pianto della Madonna
Ostersonntag, 12. April 2009 | 10:00 Uhr | Georgenkirche
Kantatengottesdienst
Ostermontag, 13. April 2009 | 16:00 Uhr | Georgenkirche
The Bl!ndman Saxophone Quartet
Freitag, 17. April 2009 | 20:00 Uhr | Bachhaus
Camerata Albia
Samstag, 18. April 2009 | 19:30 Uhr | Wartburg
Rolf-Dieter Arens
Sonntag, 19. April 2009 | 16:00 Uhr | Georgenkirche
Generation Bach
Samstag, 25. April 2009 | 20:00 Uhr | Bachhaus
Ach, meine Liebe…
Sonntag, 26. April 2009 | 16:00 Uhr | Georgenkirche
Generation Bach – Kreuzchor

Weitere Informationen s. im Gesamtprogramm.

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Erfurt (12. Februar 2009) – Traditionell beginnen die Thüringer Bachwochen 2009 wieder mit einem doppelten Paukenschlag: Den Auftakt stellt wie in den Vorjahren die beliebte „Lange Nacht der Hausmusik“ dar, in deren Rahmen am Abend des 3. April Familien im ganzen Land zu Hauskonzerten in ihre Wohnungen einladen. Zuletzt hatten sich rund 50 Thüringer Familien mit Konzerten beteiligt, die von mehr als 2.000 Zuhörern besucht wurden.

Als Eröffnungskonzert wird am 4. April die Aufführung von Johann Sebastian Bachs Matthäuspassion durch das belgische Ensemble Le Petite Bande unter der Leitung von Sigiswald Kuijken in der Bachkirche Arnstadt präsentiert: ein ebenso glanzvoller wie einzigartiger Abend an einem historischen Ort Bachs. Orchester und Dirigent zählen zu den wichtigsten Interpreten der Musik Johann Sebastians Bachs in unserer Zeit. Unter den Solisten ist dabei der Erfurter Christoph Genz, einer der derzeit gefragtesten Tenöre, der den Part des Evangelisten übernehmen wird.

Konzerte zum Händel- und Mendelssohn-Jahr

Die 2009 weithin gefeierten Jubiläen von Felix Mendelssohn Bartholdy und Georg Friedrich Händel sind auch für die Thüringer Bachwochen Anlass, über den musikalischen Tellerrand zu schauen. „Nur einen Tag nach dem 250. Todestag Händels werden sich am 15. April in Weimar die Berliner Barock Solisten und Albrecht Mayer den Werken des Bach-Zeitgenossen widmen“, so Festivalleiter Professor Silvius von Kessel. „Am gleichen Ort wird wenige Tage zuvor zudem der Passionsteil aus dem ‚Messias‘ im Kantatengottesdienst erklingen.“ Auch das Mendelssohn-Jahr wird mit zwei Kammerkonzerten gewürdigt: In Erfurt wird das Minguet-Quartett eine Brücke von Bach zu Mendelssohn schlagen, und beim ersten Konzert der Thüringer Bachwochen 2009 in Gotha spielen die Pianistin Liese Klahn und das Iturriaga-Quartett Mendelssohns Klavierquartett h-Moll op. 3.

Stars am Klavier

Wie in den vergangenen Jahren werden auch 2009 hochrangige Pianisten während des Festivals auftreten: Der international etablierte Ausnahme-künstler Martin Stadtfeld – bereits zweimal Gast der Thüringer Bachwochen – stellt in Weimar seine Interpretation des „Wohltemperierten Klaviers“ vor. An einem Abend wird er den gesamten ersten Band dieses Opus magnum von Bach aufführen. Ihm folgt wenige Tage später das Festivaldebüt der venezolanischen Pianistin Gabriela Montero im Theater Erfurt. „Montero verfügt nicht nur über technische Perfektion und außergewöhnliche interpretatorische Fähigkeiten im klassischen Repertoire, rund um den Globus verblüfft sie ihr Publikum auch mit gewagten Improvisationen“, so Silvius von Kessel. Gabriela Montero nimmt in ihrem Programm „Bach and beyond“ Werke des Komponisten zum Ausgangspunkt ihrer improvisa-torischen Darbietung und kombiniert diese mit Kompositionen von Busoni, Brahms und Rachmaninov.

Kooperation mit der Hochschule für Musik „Franz Liszt“

Zu einem ebenfalls programmatisch reizvollen Recital lädt in Eisenach Professor Rolf-Dieter Arens: Der Rektor der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar wird auf der Wartburg Werke von Bach und Liszt spielen und mit seinem Konzert den Auftakt für eine längerfristige Kooperation der Bachwochen mit der Hochschule bilden. „Wir wollen damit erreichen, dass beide Institutionen in den nächsten Jahren ihre Zusammenarbeit ausbauen und kontinuierlich Konzertprojekte gemeinsam verfolgen“, erläutert von Kessel. Das Konzert steht dabei im engen zeitlichen wie inhaltlichen Kontext mit einem Orgelkonzert des Weimarer Studenten Lukas Maschke, das ebenfalls in Eisenach stattfinden wird. Als Bestandteil der „Generation Bach“-Reihe spielt Maschke dort Werke mit direktem Bachbezug von Reger, Widor und Middelschulte.

Generation Bach

Auch dieser sehr erfolgreich eingeführte Schwerpunkt mit Konzerten junger Künstler wird so in der Kooperation mit der Hochschule für Musik eine reizvolle Ergänzung finden. Innerhalb der mit ihm verbundenen Reihe „Generation Bach“ finden jedoch noch weitere Veranstaltungen statt. Zu erleben sind Auftritte junger Interpreten, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen und in den kommenden Jahren auf sich aufmerksam machen werden. Mit Konzerten etwa der kanadischen Sopranistin Stefanie True und des Ensembles Barocum aus Den Haag, mit dem Leipziger Calmus Ensemble und dem schweizerischen Cembalisten Vital Julian Frey lässt sich dabei ein guter Eindruck der internationalen Musikszene und ihrer jüngsten Vertreter gewinnen.

Interpreten innerhalb dieser Reihe sind auch zwei Preisträger eines der wichtigsten Musikwettbewerbe unserer Region: Mit Ulrich Walther und Andrew Dewar spielen die beiden ersten Preisträger des Internationalen Bach-Liszt-Orgelwettbewerbes, der im Herbst 2008 in Erfurt, Weimar und Merseburg stattfand, nun Konzerte an den bedeutenden Orgeln der Cruciskirche in Erfurt und der Stadtkirche Waltershausen.

Premiere in Thüringer Schulen

Mit einer Neuerung wollen die Thüringer Bachwochen im Jahr 2009 ihren Anspruch geltend machen, den Nachwuchs noch stärker für klassische Musik zu begeistern. Ist es bisher gelungen, über die Konzertreihe „Generation Bach“ gleichermaßen jüngeren Künstlern ein Podium zu bieten wie ein junges Publikum in die Konzertsäle des Festivals zu locken, sollen nun noch jüngere Zuhörer für Johann Sebastian Bach und klassische Musik im Allgemeinen erreicht werden. „Aus diesem Grund starten wir  2009 die Reihe ‚generation bach @school‘. Unser Ziel ist es, ausgewählte Nachwuchskünstler innerhalb des Festivals zu bitten, auch in Schulen aufzutreten“, so Silvius von Kessel. „Wir freuen uns entsprechend darüber, dass Vital Julian Frey und Martin Stadtfeld bereits zugesagt haben, Schulklassen zu besuchen. Dort werden sie aber nicht ein reines Zusatzkonzert geben, sondern den Schülern durch individuelle Vorträge ihre Wege zur Musik nahe bringen.“ Mit gezielter Vorbereitung in den Schulen, dem Live-Erlebnis charismatischer Künstler und dem direkten Kontakt mit den jungen Stars sollen so Wege für klassische Musik geebnet, Hemmschwellen abgebaut und folglich Ohren geöffnet werden.

Grenzüberschreitende Projekte

Einen ähnlichen Anspruch hatten bereits in den vergangenen Jahren genreübergreifende Konzerte, die einerseits die Zeitlosigkeit der Musik Johann Sebastian Bachs verdeutlichen, andererseits aber auch ein Jazz- oder Tanzpublikum für das Festival begeistern sollen. In diesem Kontext steht die Aufführung „Apropos Bach“ der Tanzcompagnie des Staats-theaters Hannovers, die Choreographien von William Forsythe und Jörg Mannes zeigt. Das Programm ist am 18. April im Großen Haus des Deutschen Nationaltheaters Weimar zu erleben. Bereits am Ostermontag tritt in der Georgenkirche Eisenach mit dem Blindman Saxophone Quartet eines der renommiertesten Ensembles seiner Art auf. Das vor allem im Jazz und Cross-Over beheimatete belgische Quartett stellt sein Programm „Blindman plays Bach“ vor. Schließlich wird auch die 2008 erfolgreich gestartete Filmreihe „Bach im Kino“ fortgesetzt: in Kooperation mit dem Lichthaus Kino Weimar werden an sechs Abenden Filme gezeigt, die Bachs Leben ebenso thematisieren wie seiner Musik.

Konzerte in historischer Aufführungspraxis

Neben diesen ambitionierten Cross-Over-Projekten werden die Thüringer Bachwochen 2009 auch wieder eine wesentliche Prägung durch die Konzerte ausgewählter Spitzenensembles der historischen Aufführungs-praxis erfahren: Nach ihrem sensationellen Auftritt 2008 kehren so die Berliner Barock Solisten für ein Konzert nach Thüringen zurück. Mit Staroboist Albrecht Mayer werden sie in Weimar Werke von Bach, Händel und Vivaldi spielen. Ihr Festivaldebüt geben dagegen die Musiker der vielfach ausgezeichneten Akademie für Alte Musik Berlin. „Akamus“ spielt in großer Besetzung Bachs „Kunst der Fuge“ im Konzertsaal des Weimarer Musikgymnasiums Schloss Belvedere. Zu einem Osterkonzert lädt das belgische Ensemble „Il Fondamento“ unter Leitung von Paul Dombrecht in Bachs Traukirche nach Dornheim, während The New Dutch Academy mit Bratschist Simon Murphy spektakuläre Forschungsergebnisse im Bereich des Instrumentenbaus vorzuweisen hat und ein Konzert mit dem ersten Nachbau von „Bachs eigenem Cello“ gibt. All diese Konzerte sind für die Bachwochen eine weitere Stufe bei der Bemühung um qualitativ außerordentliche Interpretationen, die an den originalen Schauplätzen aus Bachs ersten Lebensphasen zu erleben sind.

Vokalfinale

Ihren Abschluss feiern die Thüringer Bachwochen 2009 gleich mit einem Konzertdoppel zweier renommierter Vokalensembles: In Eisenach wird der Dresdner Kreuzchor am Nachmittag des 26. April Motetten und Choräle Bachs aufführen, bevor am Abend als Abschlusskonzert das schwedische Rilke Ensemble in Erfurt auftritt. Traditionell steht am Ende des Festivals ein Brückenschlag in die Gegenwart, so dass auch die Göteborger Künstler Bach Musik unserer Zeit von Arvo Pärt und György Ligeti gegenüberstellen. Damit verbunden ist aber auch noch eine weitere Premiere, erstmals gastieren die Bachwochen nämlich im Erfurter Mariendom. Das Rilke Ensemble wird sich dem imposanten Bauwerk programmlich annähern und gemeinsam mit dem künstlerischen Leiter der Bachwochen, Silvius von Kessel, einen markanten Schlusspunkt setzen.

Bach regional

Unverzichtbar und zugleich prägend ist für die Thüringer Bachwochen die regionale Bachpflege: Mit dem Augustiner-Vocalkreis und dem Bachchor Eisenach sind führende Ensembles der Region im Konzert zu erleben. Kantatengottesdienste in Eisenach, Erfurt, Weimar, Ohrdruf und Waltershausen zeigen die Verankerung der Musik Johann Sebastian Bachs im kirchenmusikalischen Leben Thüringens. Diese enge Verflechtung von Musik und Land ist signifikant für das Festival und seine regionale Einbindung – sie ist zugleich aber auch Voraussetzung für den touristischen Erfolg der Thüringer Bachwochen, den es nach den Erfolgen in der Vergangenheit kontinuierlich auszubauen gilt.

Touristische Angebote

Vorrangig an Touristen, aber auch an das Thüringer Publikum gerichtet sind 2009 erstmals spezielle Konzertpakete, die dem wiederkehrenden Festivalgast Rabatte bis zu 27 Prozent einräumen. Durch zeitlich und thematisch sinnvolle Kombinationen sollen so vor allem Reisende für ganze Festivalwochenenden an den verschiedenen Bachorten gewonnen werden. Insgesamt werden sieben solcher Pakete mit zwei bis drei Konzerten offeriert. Diese touristischen Angebote stehen in engem Zusammenhang mit dem langfristigen Marketing des Festivals, das auch 2009 gemeinsam mit der Thüringer Tourismusgesellschaft (TTG) realisiert wird. In enger Partnerschaft haben Bachwochen und TTG bereits früh das Festival beworben, so dass bereits zur Veröffentlichung des Programms eine Reihe touristischer Buchungen vorliegen. Finanziert wird das Festivalmarketing durch das Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Technologie und Arbeit, das damit ausdrücklich die Ausstrahlung Thüringens als Kulturland und Heimat Johann Sebastian Bachs würdigt.

Präsenz durch Medienpartner

Dieser überregionalen Präsenz folgt auch die Entscheidung der Thüringer Bachwochen, in ihrem fünften Festivaljahr erstmals Kooperationen mit zwei Medienpartnern einzugehen. Gemeinsam mit dem Deutschlandfunk und der Zeitungsgruppe Thüringen soll die mediale Präsenz des Festivals erneut gesteigert werden. Davon profitieren unmittelbar auch Bachfreunde, die das Festival nicht besuchen können: Mit den Sendern Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und MDR Figaro konnten bereits fünf Übertragungen von Festivalkonzerten vereinbart werden.

Ermöglicht werden die Thüringer Bachwochen 2009 erneut durch die kontinuierliche finanzielle Unterstützung des Thüringer Kultusministeriums, der Ständigen Konferenz Mitteldeutsche Barockmusik und der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. Darüber hinaus sind vor allem die beteiligten Städte zu erwähnen, die das Festival nicht nur finanziell unterstützen, sondern die Veranstaltungen auch mit organisatorischem Engagement begleiten. Dank gilt schließlich den Sponsoren und Förderern der Thüringer Bachwochen 2009 – namentlich der Sparkasse Mittelthüringen, dem Industrieclub Thüringen, der Wartburg-Sparkasse, der Kreissparkasse Gotha, den Stadtwerken Weimar sowie den Hotels Pullman Erfurt Am Dom und Dorint am Goethepark Weimar.

Der Vorverkauf für die Thüringer Bachwochen 2009 hat mit der Veröffent-lichung des Festivalprogramms Ende November 2008 begonnen. Karten sind über alle Vorverkaufsstellen des Ticketshop Thüringen sowie telefonisch unter 0180 | 505 5 505 erhältlich. Weitere Informationen über das Festival, Bildmaterial für Journalisten sowie  Tickets finden Sie auch im Internet unter www.thueringer-bachwochen.de

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