Geocaching am Rennsteig

Geocaching ist ein neuer, gerade für Wanderer idealer Outdoor-Sport, eine Art Schnitzeljagd per GPS-Daten:

Jemand versteckt ein Behältnis mit einigen Gegenständen darin (das ist der Cache, die „Schatztruhe“ sozusagen) und gibt die Geokoordinaten auf einer bestimmten Website bekannt. Andere navigieren mit Hilfe eines GPS-Gerätes zu dem Punkt, suchen das Versteck und entnehmen im Erfolgsfall einen Gegenstand und tun selber wieder einen in die Box. Es gibt verschiedene Varianten und unterschiedliche Schwierigkeitsgrade.

Foto: ein Micro-Cache, der in einer Baumhöhle versteckt war.

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Die Cacheserie Rennsteig

Im Jahre 2005 hat ein Geocacher über die gesamten 168 km des Rennsteigs neun Caches versteckt. In jedem Cache befindet sich eine Frage. Die Antworten auf alle 9 Fragen sind nötig, um den zehnten, den finalen Cache zu finden. Die meisten der Antworten findet man entlang des Weges, so man aufmerksam wandert.

Hier die einzelnen Caches:

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„Thüringer Wandersmann“ August Trinius bei Projekt Gutenberg

Als „Thüringer Wandersmann“ wurde er bekannt, der Wanderschriftsteller August Trinius (1851-1919), dessen Buch „Der Rennstieg. Eine Wanderung von der Werra bis zur Saale“ ab 1890 den Ansturm des Bildungsbürgertums auf den Thüringer Höhenpfad auslöste.

„Und doch bietet der ganze Thüringer Wald nichts Eigenartigeres, Stimmungsvolleres und Erhabeneres als eine solche Wanderschaft den Rennstieg hin, über die Bergzinnen dieses echt deutschen Gebirges.
Wie befreit und wohlig athmet hier die Brust, hoch über dem Qualm und Staub der Städte, fern dem menschlichen Ringen um Raum, Licht und Lebensluft; wie weit schweift von hier droben das Auge in sonnige Fernen, auf duftumdämmerte Höhenzüge und fällt dann hinab zu still heraufgrüßenden Dörfern, tief eingeschachtelt zwischen Felswänden, silberglänzenden Bächen, Bergmatten und meilenweiten Wäldern. Wie überreich an Eindrücken und Ausblicken ist diese Bergwanderung! Fort und fort ziehen in buntestem Wechsel die köstlichsten Bilder an uns vorüber, hier nach Franken, dort nach Thüringen, und wenn uns dann wieder Tannendickicht aufnimmt, dann offenbart sich uns im feierlichen Rauschen des Waldes scheue Seele, der wie im Selbstgespräch über uns die Wipfel leise wiegt und neigt.“

Solcher Stil kam gut an in der guten alten Kaiser-Wilhelm-Zeit, und „Rennsteigvater“ Trinius versorgte seine ansehnliche Fangemeinde, zu der auch der Herzog von Sachsen-Coburg-Gotha gehörte, mit Wanderbüchern über die verschiedensten deutschen Gauen, wobei Thüringen stets den ersten Platz einnahm. Eine mehrbändige Serie seines „Thüringer Wanderbuchs“ erfreute sich großer Beliebtheit, die „Goethe-Stätten und andere Erinnerungen aus Thüringen“ lassen sich heute noch mit Gewinn lesen.

All diese Bücher sind heute nur noch antiquarisch oder über die Fernleihe der Bibliotheken erhältlich. Im „Projekt Gutenberg“ (Trinius-Seite) kann man immerhin den Sammelband „Wenn die Sonne sinkt“ mit Heimat- und Wandererzählungen nachlesen. Wer Freude an dem altertümlichen Stil hat und Landschaftsbeschreibungen goutiert, bei denen selten Trinius‘ Lieblingsadjektiv „waldumrauscht“ fehlt, wird hier kostenlos auf seine Kosten kommen.

Meist wird kein bestimmter Ort genannt, sondern mit Hinweis auf ein „Bergdorf“ oder „Städtchen“ ein Irgendwo geschaffen, in welchem die kurzen Erzählungen angesiedelt sind. Zweimal wird aber doch ein konkreter Schauplatz genannt, der im vorliegenden Wanderführer berührt wird und sich so mit dem Abstand eines runden Jahrhunderts betrachten läßt:

Das Sommerheim eines fürstlichen Künstlers (Schloß Altenstein, Tour 5)

Rennstiegpoesie auf dem Thüringer Walde (allgemein zu Tour 1, Tour 2)